norway.today (nach Igor Bauersima) als Abschluss-Stück des Wahlpflichtfachs Darstellendes Spiel der Klassenstufe 10 an der IGS Am Nanstein

Am Freitag, 25. Mai 2018, führten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Darstellendes Spiel in Klassenstufe 10 unter der Leitung und Regie ihres Lehrers Peter Sommerlad das von ihnen bearbeitete und teilweise neu interpretierte Theaterstück norway.today auf, das im Jahr 2000 von Igor Bauersima als Zwei-Personen-Stück für das Düsseldorfer Schauspielhaus geschrieben wurde. Der Theaterabend war der Abschluss der Projektarbeit im Fach Darstellendes Spiel in Klassenstufe 10.

Zwei Jugendliche, Julie und August, lernen sich in einem Chatroom kennen und möchten am Preikestolen, einer schneeverwehten Klippe in Norwegen, gemeinsam in den Abgrund springen, weil sie nie mitten im Leben waren. In der Nacht vor dem geplanten Sprung spinnen die beiden eine romantische Liebesszene aus und beschreiben im Konjunktiv Zärtlichkeiten und Berührungen, die nicht stattfinden. Der nächste Tag ist von erfolglosen Versuchen eines medialen Abschied-Nehmens gekennzeichnet.

Das Stück befasst sich intensiv mit dem Thema Selbstmord, jedoch ohne dazu anzuregen. Es bewirkt das Gegenteil: Während Julie und August an ihren Entscheidungen zweifeln, wird den Zuschauenden die Unsinnigkeit des Selbstmords und eine neue Auffassung des eigenen Lebens vermittelt.

Eröffnet wurde die Aufführung mit dem (scheinbar) unbeschwerten Song „Wouldn’t it be nice“ von den Beach Boys, der als Prolog, vor und nach der Pause und als Epilog während der Schüleraufführung eingesetzt und als Motto-Musik fungiert.

Das Bühnenbild war sehr minimalistisch: die Klippe, ein Zelt, eine Leinwand. Am Beginn des Stücks war Julie (Mira Schneider) bereits auf der Bühne, sehr schnell griffen ein Engel (Larissa Theda) und ein Teufel (Jasmine Bodden) teilweise richtungsweisend in den Chat ein, August (Eva Wittemann) wurde vom Teufel aus dem Publikum als zweiter Lebensmüder in den Chat und auf die Bühne geholt, eine Chatpartnerin (Vivien Kennel) kommentierte.

In einer hinzugefügten Zwischenszene berichtete eine Taxifahrerin (Nitharja Ragurjan), die Julie und August an den Todesschauplatz in Norwegen gefahren hat, über ihre Eindrücke der Fahrt mit den beiden. Julie und August nahmen den Todesschauplatz in Augenschein – die Klippe wurde von Kunstlehrer Stephan Müller für die Aufführung angefertigt –, es kam zu einem Kampf zwischen den beiden, wobei Julie einige Minuten an der Klippe hing, bevor August sie rettete.

Nach dem Zeltaufbau kam zum ersten Mal eine Kamera zum Einsatz, um ein Polarlicht einzufangen: die beiden erlebten etwas Echtes, etwas, was sie vorher noch nicht erlebt haben. Nach der Pause wurde Julie von Annika Schneider und August von Emily Reitinger gespielt. Die Zuschauenden sahen die beiden, die sich gegenseitig filmten, zunächst nur im Zelt. Während die beiden sich eine hypothetische erotische Szene vorstellten, wurde diese mit Bildern und Texten auf der Leinwand dargestellt – die Bühne und die Leinwandpräsentation bezogen sich dialogisch aufeinander. Am nächsten Morgen versuchten die Protagonisten für ihre Hinterbliebenen und Freunde Abschluss-Statements aufzuzeichnen. Schließlich zweifelt August an ihrem gemeinsamen Entschluss: „Also, ich wollte eigentlich … ich wollte euch sagen, warum ich das tue, was ich gleich tun werde, aber … ehrlich gesagt, ich weiß es gerade nicht mehr. Ich hab keine Ahnung.“ Sie entdeckten sich als lebendig, warfen ihr Leben nicht weg und wollten nur noch weg vom geplanten Todesschauplatz. Der Engel aus dem Chatroom holte die beiden ab.

Eine wichtige Rolle bei der Aufführung hatte die Technik-AG der Schule, ohne das Einspielen der Songs, das Polarlicht, der Kameraeinsetz und vieles mehr nicht möglich gewesen wäre.

Ein insgesamt gelungener Theaterabend, was die Zuschauenden mit großem Applaus bestätigten.